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Rinderkaltstall für ungarische Steppenrinder

Geschrieben von LGMV | Sep 23, 2026, 10:15:43 AM

Hufe8 setzt auf Kreislaufwirtschaft mit Hühnern, Rindern und Ackerbau

Lukas Propp betreibt in Selow, Landkreis Rostock, einen modernen, nachhaltig wirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieb, der Ackerbau und Tierhaltung ökologisch und ökonomisch nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft vereint. Der Bio-, Demeter- und KAT-zertifizierte Betrieb ist mit seinem Namen „Hufe8“ überregional für seine Bio-Produkte, insbesondere Eier und Kartoffeln, bekannt. Im Jahr 2013 wurde der Betrieb gegründet und anfangs noch ohne externe Arbeitskräfte bewirtschaftet. Mit dem Erwerb des dritten und vierten Mobilstalls wurden ab 2015 zusätzliche Arbeitskräfte notwendig. Mittlerweile sind auf dem Hof 24 Mitarbeitende tätig, inklusive drei Lehrlingen und einigen Teilzeitkräften. Sie sind für den Ackerbau zuständig und für die Versorgung von derzeit rund 13.500 Legehennen, die täglich rund 12.000 Eier legen, 2.000 Junghennen, rund 2.000 Bruderhähne und neuerdings auch für rund 70 ungarische Steppenrinder.


Diese imposante, vom Aussterben bedrohte Rinderrasse, mit ihren ausladenden Hörnern, ist nicht auf Milchleistung gezüchtet. Sie gilt als genügsam und ist daher gut geeignet zur extensiven Beweidung. Die Rinder fungieren als „tierische Rasenmäher“ zwischen den Mobilställen, um überschüssiges Gras und Zwischenfrüchte auf dem Acker abzuweiden. Außerdem liefern sie, wie die Hühner auch, den benötigten natürlichen organischen Dünger für die Anbauflächen. Auf dem Ackerland wird in dreijähriger Fruchtfolge Kleegras angebaut, das von den Hühnern und Rindern beweidet wird. Je nach Vegetation werden die Mobilställe alle vier bis sechs Wochen verzogen. Nach drei Jahren wechseln alle Tiere komplett die Fläche. Die ehemals beweideten Flächen werden umgebrochen, damit die Nährstoffe des Dungs in den nächsten drei Jahren den nachfolgenden zehrenden Anbaukulturen, z.B. Mais, Weizen und Kartoffeln, zugutekommen. Dieses von Hufe8 entwickelte Konzept wird bereits seit 12 Jahren erfolgreich umgesetzt. Der Betrieb bewirtschaftet heute insgesamt rund 500 ha Pachtflächen, davon rund 420 ha Acker- und rund 80 ha Grünland. 


Ein Rinderkaltstall für die Wintermonate soll nun errichtet werden. Er ist als großzügiger, luftiger Stall mit den Abmessungen von 50 x 16,5 Metern inkl. überdachtem Futtertisch in Nord-Süd-Ausrichtung geplant. Zum Sammeln des Rinderdungs dient eine innenliegende Dunglege. Einige bauliche Besonderheiten sollen umgesetzt werden: Damit sich die Rinder mit ihren bis zu 80 cm breiten Hörnern nicht verhaken können, sollen Futtertisch und Dunggang lediglich in Nackenhöhe der Tiere durch ein einzelnes, waagerecht verlaufendes Rohr getrennt werden, anstelle von kleinformatigen Absperrgittern. Die Stalleinteilung ist nach Altersgruppen vorgesehen, drei großzügige Einstreubuchten und eine separate Bullenbucht. Den Kälbern steht ein eigener Bereich als „Kälberschlupf“ zur Verfügung.

Für den Rinderkaltstall und weitere Mobilställe wurde ein Bauantrag gestellt, der bereits positiv beschieden ist. In den kommenden Jahren soll der Betrieb auf insgesamt 12 Mobilställe für 23.400 Hühner erweitert werden. Die Planung des Rinderkaltstalls hat die Hochbauabteilung der Landgesellschaft übernommen. Die Beantragung der Fördermittel gemäß Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) wird nun ebenfalls von der Landgesellschaft vorgenommen. Es sollen 40 % Zuschuss für die Maßnahme beantragt werden.

 


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